
Alcalar, im Süden Portugals, ist die größte vorzeitliche Nekropole der Algarve. Sie liegt an der Straße von Portimão nach Montes de Cima und besteht aus 16 Megalithanlagen, Kuppelgräbern und Felskuppelgräbern. Die zugehörige Siedlung aus der iberischen Kupferzeit wurde erst in den 1970er Jahren auf dem nahen Hochplateau lokalisiert, während das Gräberfeld der Wissenschaft seit 1880 bekannt ist, aber zuvor bereits beraubt wurde. In der Nähe liegen weiteren Anlagen - so erhöht sich die Gesamtzahl im näheren Umfeld auf 29 Anlagen.
Die beiden ältesten Anlagen sind das etwas entfernte Felskuppelgrab von Monte Canelas und Alcalar I.
Alcalar I ist ein Ganggrab mit polygonaler Kammer. Kammer und Gang messen zusammen 8,5 m. Es liegt in einem Hügel von 36 m Durchmesser. Die leicht einwärts geneigten Wandsteine sind etwa 0,4 m dick und 2,4 m hoch, bei einer Breite von ungefähr 1,6 m. In der Kammer wurde ein runder etwa 55 cm hoher Kalksteinzylinder gefunden, der möglicherweise als Altarblock anzusehen ist. Für eine daneben gefundene, 1,7 m lange und 0,4 m breite, flache Schieferplatte mit gerundeten Enden konnte bisher keine eindeutige Funktion erkannt werden. Die Abdeckung der Kammer fehlt, bestand aber vermutlich aus einer großen Platte.
Monte Canelas 700 m nördlich von Alcalar ist erst in der 1990er Jahren bei Baggerarbeiten entdeckt worden und war unberaubt. Es besteht aus einer Doppelkammer (die eine eher rechteckig, die andere eher rund) mit Verbindungsgang. Hier fanden sich, unterschiedlich konzentriert, die Überreste von mehr als 140 Personen, deren wissenschaftliche Auswertung bisher aber nur portugiesisch/spanisch publiziert wurde.
Ab 1988 wurden in dem besterhaltenen Kuppelgrab der Nekropole, Alcalar VII, neue Grabungen und die inzwischen abgeschlossene Restaurierung durchgeführt. Die Anlage hat einen etwa 9 m langen Gang, der in einer runden Kammer von 3 m Durchmesser mit zwei relativ großen Seitennischen mündet. Das Ganze war überkuppelt und von einem zweistufigen Cairn aus Kalkbruchgestein überdeckt, dessen unterer Bereich außen regelrecht gemauert war, um Formstabilität zu erhalten. Die Kuppel aus einem außen abgestuften Kraggewölbe aus Schieferplatten in einem Lehmverband setzt auf einem natürlichen Felssockel auf. Die Kammer wurde leicht in den Felsuntergrund eingetieft. In der nördlichen Seitenkammer lag (ähnlich wie in Newgrange und bei einigen andalusischen Anlagen) ein großer Steinblock, der vielleicht Altarfunktion hatte.
Die übrigen Anlagen sehen ähnlich aus, waren aber weitaus stärker zerstört. Alle Kammern waren erkennbar rund - manche hatten eine Seitennische.